Über die Rettung der Welt, Startups und Corona

Hinter uns liegt ein Jahr, welches für viele im Zeichen eines bestimmten Virus stand: Covid-19. Es hat verändert, wie wir interagieren, bestimmte zeitweise unser gesamtes Sozialverhalten und hat somit in unserem Gedächtnis einen nachhaltigen und schmerzhaften Eindruck hinterlassen. Bei all den negativen Auswirkungen wurden zu Beginn der Krise Stimmen laut, die zumindest eine positive Prognose in der pandemischen Ausbreitung von Covid-19 mit allen hierzu gehörenden Konsequenzen sahen: ein massiver Beitrag zum Umweltschutz durch eine radikale Senkung der Co2 – Emission. Der Folgeschluss schien naheliegend: können Personen nicht mehr so einfach von der Schweiz nach Übersee fliegen, entfällt durch den Einzug des Home Office die Pendlerei ins Büro und werden viele Meetings in den digitalen Raum verschoben, dürfte der ökologische Fussabdruck für viele Menschen erheblich geringer ausfallen. Das Corona Virus: ein heimlicher Retter des Klimas?

Heute liegen Daten vor, dass diese allzu optimistischen Prognosen leider nicht allzu umfangreich auch tatsächlich in der Realität nachweisbar sind. Gemäss einer Studie der World Meterological Organization kam es 2020 zwar zu einer dramatischen Reduktion an Co2 – Emissionen im Gesamten. Dies hat jedoch keinen direkten Einfluss auf eine Senkung oder Verlangsamung des Klimawandels. Zudem seien die positiven Auswirkungen auf die Umwelt als nichtig zu betrachten, da diese von anderen Effekten und einem weiterhin allgemein sehr hohen Niveau an globalen Schadstoff- Ausscheidungen verdrängt werden würden.

Ernüchternd. Hatten doch viele, auch offizielle Institutionen, wie es ein Bericht des Nachrichtensenders BBC zusammenfasst, auf einen positiven Effekt des Covid – 19 auf die Erreichung von Klimazielen vertraut.

Was nun? Wenn nicht einmal ein derart massiv in unseren Alltag und global verankertes Virus dem Klimawandel entgegenwirken kann – was dann?

Unsere Antwort: durch ein radikales Umdenken unserer alltäglichen Konsum- und Lebensgewohnheiten. Und zwar so, dass diese Änderungen für uns mit einem zusätzlichen Mehrwert einhergehen.

Und hier kommen Startups ins Spiel. Durch innovative Geschäftskonzepte, das Neudenken des Bestehenden und radikale technologische Neuerungen liefern sie uns einen «Extra Value on top», ohne im Gegenzug die pure Askese zu fordern, um einen Beitrag für den Schutz von Mensch und Umwelt zu leisten. Als Zentren der dezentralen Innovation.

Das HSG Startup und diesjährige Entrepreneurial Talent «SodaBottle» beispielsweise hat es sich als Ziel gesetzt, den Verbrauch von umweltschädlichen PET- Flaschen massiv zu senken. Mit der portablen SodaBottle Flasche können Kunden überall und zu jederzeit selbst Leitungswasser mit Kohlensäure anreichern und brauchen so nicht zwischen dem umweltfreundlichen, aber faden Hahnenwasser oder der prickelnden Sprudel Variante aus der PET-Flasche zu wählen .

Auch das HSG Startup «SmartBreed» hat die Vision, unsere Lebensgewohnheiten umweltfreundlicher zu gestalten. Anstelle des sehr hohen Fleischkonsums soll in Zukunft die Proteinzufuhr vieler Menschen über Insektenbasiertes Protein gedeckt werden. Mit dem von SmartBreed entwickelten Ansatz können Insekten einfach, effizient und für die Anwendung in einer modernen Gesellschaft tauglich gezüchtet werden.

Dies sind nur zwei Beispiele einer grossen Anzahl an HSG Startups, für welche das Thema Nachhaltigkeit an höchster Stelle steht. Der Schutz unserer Umwelt und somit unserer natürlichen Lebensgrundlage, betrifft uns alle. Innovation und technologische Disruption gibt uns die Möglichkeit, diese auch nachhaltig zu bewahren.

 


"Entrepreneurial Law" - Wie Gründer Rechtsfragen lösen

Während in grossen Unternehmungen Rechtsabteilungen sich mit rechtlichen Anliegen aus Produkt-, Kunden- und Unternehmensperspektive beschäftigen, gibt es diesen Bereich in den meisten Startups nicht. Wie sollte es auch anders sein – zeichnen sich Startups in vielen Fällen doch gerade durch eine fluide, kreative und teilweise auch etwas unkonventionelle Aufgabenteilung und Gestaltung von Zuständigkeitsbereichen aus. Während das von einem Juristen gegründete Startup die eigene Rechtsabteilung quasi «In House» zur freien Disposition zur Verfügung hat, sind es für Gründer aus anderen Disziplinen oftmals rechtliche Fragen, die im Laufe der Startup Entwicklung besonders wichtige Fragen und grosse Unsicherheiten aufwerfen.

Dabei geht es bei rechtlichen Fragen nicht nur um die Vermeidung von Rechtsverletzungen, sondern auch um die bestmögliche Ausnutzung und Sicherstellung unternehmerischer Opportunitäten. Während sich auf der potentiellen «Downside» rechtlicher Anliegen Themen wie Abmahnungen oder Produkthaftung bei Schädigung von Konsumenten finden, birgt der Bereich der «Entrepreneurial Law» jedoch auch zahlreiche potentiell positive Aspekte, beispielsweise im Bereich des Intellectual Property. Wer informiert ist, welche Möglichkeiten zur Anmeldung einer Marke bestehen, legt die Grundlage zum Aufbau einer werttragenden Brand Identity und beugt wertvernichtenden Streitigkeiten im Bereich des Markenrechts vor. Auch bei der Frage des «Patent vs. Pitch» ist es zur Sicherung geistigen Eigentums für den Unternehmer wichtig zu wissen, dass als Patent nur tatsächlich neue technische Erfindungen geschützt werden können. Wer seine technologische Neuheit beim weltweit gestreamten Gründerpitch vor Einreichung der Patentanmeldung der Öffentlichkeit präsentiert, gefährdet somit deren rechtliche Schutzfähigkeit.

Da im Bereich rechtlicher Fragen für Gründerinnen und Gründer oftmals grosse Unsicherheit besteht, bietet das Entrepreneurial Ecosystem an der HSG zahlreiche Möglichkeiten, um im frühen wie auch fortgeschrittenen Unternehmensstadium rechtliche Klarheit zu schaffen.

Ein Vorreiterbeispiel studentischen Engagements ist hierbei der Verein «Law Clinic». Dies ist ein Zusammenschluss von Rechtsstudierenden, welche in Kooperation mit Rechtsprofessoren der Universität St. Gallen, entgeltfreie Rechtsberatung anbieten.  Die Angebote der Law Clinic umfassen dabei eine studentische Erstberatung: wichtige Themengebiete können besprochen, auf relevante Aspekte hingewiesen werden. Die Beratung dient dabei zur «Ausleuchtung» des Anliegens und als juristische Ersteinschätzung – eine Haftung kann nicht übernommen werden.

Für Gründer, deren rechtliche Anliegen über die juristische Ersteinschätzung hinausgehen oder die ein spezifischeres Anliegen haben, gibt es Anwälte, die sich explizit auf den unternehmerischen Kontext spezialisiert haben. Eine auf diese unternehmerischen Rechtsfragen spezialisierte Kanzlei ist das von Patrick Mark gegründete «jurdesk.». Selber als Gründer und Investor tätig, kennt Patrick Mark die Anliegen von Startups zum Einen aus der operativen Hands On Perspektive, zum Andern auch aus dem Blickwinkel der anwaltlichen Praxis. Gemeinsam mit seinem Anwaltspartner Thomas Kindler berät er Startups zu allen Themen wie Valuation, Shareholder Agreements, Term Sheets, Data Protection und der rechtlichen Ausgestaltung von Exit Strategien. Für Gründer von der HSG besonders interessant: Im diesjährigen «Entrepreneurial Talent Program» hatten die Startups die Möglichkeit, eine 30 minütige kostenfreie Beratung von jurdesk. in Anspruch zu nehmen, um hier die wichtigsten rechtlichen Anliegen zu thematisieren. Das Angebot wurde von den Talents mit grossem Interesse und Begeisterung angenommen und bestätigt die hohe Brisanz rechtlicher Fragestellungen im unternehmerischen Kontext.


Startup Valuation - How much is my business?

Die Frage, wie viel das eigene Startup Wert ist, beschäftigt jeden Gründer spätestens in jenem Moment, wenn die Finanzierung durch externe Investoren relevant wird. In der Regel werden selten Nominalbeträge und Absolutanteile verhandelt, sondern vielmehr die Frage diskutiert, was eine angemessene Pre Money- bzw. Post Money- Valuation sei. Die Pre Money- Valuation bezeichnet dabei den Unternehmenswert des Startups vor der Kapitaleinlage bzw. Investition durch den Investor. Die Post Money- Valuation jenen Wert nach erfolgter Geldeinlage. Ein Startup mit einer Pre Money- Valuation von CHF 1,5 Millionen würde nach einer Investition von CHF 500'000 eine Post Money- Valuation von CHF 2 Millionen aufweisen, wobei der Investor bei Investition einen Unternehmensanteil von 25% halten würde. Die Unterscheidung zwischen Pre- und Post Money- Valuation ist dabei bei Verhandlungen mit potentiellen Investoren wichtig zu beachten, da sich unter Umstände bei Verwechslungen geradezu konträre Erwartungen aus Investitionsvolumen und Equity Anteil ergeben können.

Zur Ermittlung der Pre Money- Valuation existieren verschiedene Verfahren.

Bei der «Standard Earnings Multiple» Methode liegt besonderer Fokus der Betrachtung auf mutmasslichen Gewinnentwicklungen in der Zukunft sowie Free Cash Flows.

Die «Discounted Cash Flow» Methode berechnet über das geschätzte Marktpotential und -volumen des zu bewertenden Startups die Prognosen der Umsatzentwicklung, die dazugehörige Kostenstruktur sowie Komponenten des Working Capital Managements und diskontiert mit einem Zeitfaktor die zukünftigen Cash Flows der unternehmerischen Tätigkeit auf den Wert zum Zeitpunkt 0.

Eine teilweise unter VCs gebräuchliche Methode wird als «5 Times your Raise» bezeichnet. Da einige Investoren oftmals Anteile im Umfang von 20- 25 % präferieren, kann als Faustregel die gesamte Investitionssumme mit dem Faktor 5 multipliziert werden, um eine Bewertung des Ventures zu erhalten.

Der gebräuchlichste Ansatz zur Validierung von Startups stellt die «VC Methode» dar. Anhand der prognostizierten Umsätze zum Exit Zeitpunkt, welcher dem Ende der Investitionshorizonts entspricht, wird das korrespondierende EBITDA berechnet. Mit Hilfe eines EBITDA / Unternehmenswert Multiples, welches im Branchenvergleich aus Unternehmensdatenbanken ermittelt werden kann, leitet man aus dem EBITDA den Unternehmenswert zum Exit Zeitpunkt ab. Der prognostizierte EBITDA zum Exit Zeitpunkt, multipliziert mit dem Unternehmenswert Multiple, ergibt den gesamten Unternehmenswert zum Exit Zeitpunkt.

Basierend auf der vom Investor angestrebten Internal Rate of Return (IRR) für das Investment wird der zukünftige Unternehmenswert auf den Zeitpunkt 0 herabdiskontiert. Hieraus leitet sich der heutige Unternehmenswert ab. Dieser entspricht der Post Money- Valuation.

Während Methoden wie der «Discounted Cash Flow» Ansatz oftmals eine aufwändige Analyse mit sich bringen, ist die «VC Methode» ein vergleichbar robuster und einfach anwendbarer Ansatz. Aus diesem Grund findet er eine weite Verbreitung unter Investoren wie auch Gründern zur Bewertung von Startups.

Du möchtest mehr zum Thema Startup Valuation erfahren? Am 09.12. gibt es von Startup@HSG ein interaktives Webinar mit EY Finance Experten zum Thema Unternehmensbewertung. Anmelden kannst Du dich unter folgendem Link: Mastering the challenges in startup valuation - A webinar hosted by Startup@HSG in cooperation with EY | Startup@HSG

 

Verfasst von Sarah M Nordt.


HSG Startups und HSG Alumni - ein starkes Team

Für alle, die auch nach ihrer aktiven Zeit an der Universität St. Gallen mit ihrer Alma Mater verbunden bleiben möchten, ist das HSG Alumni Netzwerk der erste Anlaufpunkt. Was unter den Studierenden direkt vor Ort in St. Gallen als starke Gemeinschaft gelebt wird, setzt sich für alle Ehemaligen bei HSG Alumni fort: Bereichsübergreifend und ortsunabhängig. Eine Community für alle, die auf ihren Wurzeln an der Alma Mater aufbauen möchten.

Die Überzeugung, dass gegenseitiger Austausch, Unterstützung und Brückenbildung für alle Beteiligten zielführend und wertstiftend sind, liegt auch dem Entrepreneurship Ökosystem zu Grunde. So ist es nicht überraschend, dass gerade zwischen der Startup Community an unserer Universität und HSG Alumni eine starke Verbindung besteht. Das Ziel ist der gegenseitige Austausch – um gelebtes Unternehmertum noch tiefer in der Handschrift der HSG Alumni Community zu verankern und gleichzeitig HSG Startups in ihren frühen Phasen bestmögliche Wachstumsvoraussetzungen zu ermöglichen.

Ein Anknüpfungspunkt, wie sich HSG Alumni und studentische Startups gegenseitig bereichern, ist beispielsweise das Format des «HSG Alumni Gründerpitchs». Im Rahmen der HSG Alumni Deutschlandkonferenz erhalten aktuell Studierende und Ehemalige die Möglichkeit, ihr Startup vor einer hochkarätigen Jury zu pitchen. Teilnehmende Gründer erhalten somit wertvolles Feedback, wichtige Kontakte im Rahmen des Pitches zu potentiellen Kunden und künftigen Geldgebern, sowie haben die Chance, Förderpakete im Gesamtwert von über EUR 30.000 zu gewinnen. Ehemalige Teilnehmer des Gründerpitches berichten von den wertvollen Erfahrungen und Feedback, welches sie vom Gründerpitch mitnehmen durften, wie etwa Dr. Daniel Mark, Gründer & CEO der Spindiag GmbH, oder Maria Sievert, Gründerin & CEO der inveox GmbH.

Auch ein Blick ins Member Benefit Programm von HSG Alumni verrät eine Enge Verbindung zum Startup Geschehen. Hier findet sich beispielsweise die eCommerce Plattform «Schuhe24». Gründer Dominik Benner promovierte an der HSG, bevor er den Schritt in die Selbstständigkeit realisierte. Genauso hat auch das beliebte «Socken- Abonnement» Blacksocks seine Wurzeln an der HSG. Samy Liechti, Gründer und Geschäftsführer von Blacksocks, absolvierte sein Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt auf Handel in St. Gallen. Über den Bereich Marketing und PR, unter anderem als Marketingberater für die Fastfood Kette McDonalds tätig, näherte er sich dem Bereich des Entrepreneurship an, um ein Problem zu lösen, das viele bei der morgendlichen Auswahl der Garderobe auf trivialster Ebene beschäftigt: die Qual des Matchmakings zwischen unterschiedlichen Schwarztönen einzelner Sockenpaare.

Für Entrepreneure und Gründungsbegeisterte unter der aktuellen Studentenschaft sendet die enge Verbindung des Startup Ökosystems an der HSG zu HSG Alumni noch eine weitere gute Nachricht: Dass die Unterstützung von Gründungsvorhaben auf Seiten des universitären Netzwerks nicht mit dem Abschluss des Studiums endet. Dass es auch nach der aktiven Zeit an der Alma Mater vielfältige Möglichkeiten gibt, um in Verbindung mit dieser bleibend das Thema des eigenen Unternehmens voranzutreiben. Und das HSG Startups und HSG Alumni besonders eines bilden: ein starkes Team.

 

Verfasst von Sarah M Nordt.


Tell me who you are - Was wir wissen über Gründerpersönlichkeiten

Die Gründe, ein eigenes Startup zu gründen, sind oftmals vielfältig: Für den einen ist es die intrinsische Motivation nach Selbstbestimmung, um im eigenen Unternehmen die Ideen umzusetzen, keinen Chef zu haben und den eigenen Überzeugungen zu folgen. Andere skizzieren vor dem geistigen Auge das neu gegründete Unternehmen bereits als zukünftiges Unicorn: eine Startup Rakete, die den Gründer unter die Forbes «Top 30 under 30» bringt, das eigene Vermögen bereit für den Kauf eines Anwesens mit direktem Seezugang macht und noch den einen oder anderen Wunsch mehr in der Lage zu erfüllen ist. Andererseits: vielleicht möchten wir mit unserem Unternehmen einen Beitrag zur Gesellschaft leisten, beispielsweise die globale CO2- Emission senken oder für Kinder bessere Bildungschancen ermöglichen. Zusammengefasst etwas, was nicht nur für uns erstrebenswert ist, sondern für unsere Gesellschaft als Ganzes als wichtig erachten.

Fragt man Gründerinnen oder Gründer nach eben diesen Motiven, fallen Antworten oft vielfältig aus. Gleichwohl ist es gelungen, drei grundlegende Muster von Gründeridentitäten zu identifizieren, welche sich wiederum in den Motiven für den Schritt ins Unternehmertum und deren Persönlichkeit wiederspiegeln. Ausgehend von einer grundlegenden Studie der Forscher Emmanuelle Fauchart und Marc Gruber aus dem Jahr 2006 (https://journals.aom.org/doi/abs/10.5465/amj.2009.0211) können drei soziale Identitäten von Gründern benannt werden: Darwinisten, Communitarians und Missionare. Parallel hierzu existieren Mischtypen aus den genannten Reinformen, z.B. als eine hybride Identität aus Darwinist und Missionar.

Die Soziale Identität eines Gründers beantwortet die Frage, was die grundlegende Motivation für die Gründung des eigenen Unternehmens darstellt. Für Darwinisten ist es das Streben nach ökonomischen und persönlichen Vorteilen. Ein darwinistischer Gründer strebt hohe Wachstumsraten an und möchte mit seinem Startup vor allem eines: langfristig Geld verdienen. Communitarians verspüren ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu einer bestimmten Community. Zu dieser Community möchten sie einen wertstiftenden Beitrag leisten und entwickeln so oftmals innovative Lösungen für Herausforderungen oder bestehende Probleme ihrer «Peer Group». Eine idealistische Ausrichtung vertreten Missionare: Ihr Ziel ist es, metaphorisch gesprochen «die Welt zu einem besseren Ort» zu machen. Sie nehmen ein aus ihrer Sicht gravierendes gesellschaftliches Problem in Angriff und liefern hierzu eine Lösung bzw. leben mit ihrem Startup vor, wie eine bessere Lösung aussehen kann. Aus den Grundmotiven und Motivationen eines jeden Gründers lässt sich also ableiten, welcher Identität er oder sie zuzuordnen ist.

Als Beispiels sei hier das HSG Spin Off aus dem MedTech Bereich «Anavo» aufgeführt (https://www.anavo.ch/). Das von Anavo entwickelte Serum hilft, nach Hauttransplantationen den Heilungsprozess der Wunde zu beschleunigen und beeinflusst so die Genesung des Patienten entscheidend. Co-Founder Sebastian Loy kann anhand der von Fauchart & Gruber definierten Kriterien der Sozialen Identität des «Missionars» zugeordnet werden. Mit Anavo haben er und sein Co-Founder Tino das Ziel, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und das bis dato ungelöste Problem schlecht heilender Wunden in der Intensivmedizin anzugehen. Gerade in Risikogruppen stellen Wundheilungsstörungen für Patienten eine grosse Gefahr dar, die in gravierenden Fällen lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann. Diesem Problem nimmt sich Anavo an und entwickelt eine Lösung, um technologiebasiert und unter Einbezug von Nanopartikeln die Wundheilung und Genesung zu fördern.

Wie sieht es bei Euch aus? Welcher sozialen Gründeridentität steht ihr am nächsten? Wir haben für euch einen Fragebogen vorbereitet, mit welchem ihr es ganz einfach herausfinden könnt: https://janinecrivelli.typeform.com/to/U78W2Z

 

Verfasst von Sarah M Nordt.


Mensch versus Maschine bei Startup-Investments

An der Börse werden die meisten Investitionsentscheidungen bereits durch künstliche Intelligenz (KI) gefällt. Im Bereich der Finanzierung von Startups haben die Algorithmen jedoch noch wenig Einzug gehalten. Dort betreiben die Business Angels ihr Geschäft noch auf herkömmliche Weise: Sie werten selber Unternehmensdaten aus oder treffen Bauchentscheide. Das Center for Entrepreneurship der HSG (CfE-HSG) wollte herausfinden, ob denn KI nicht auch bei Startup-Investments die besseren Entscheide fällen kann als der Mensch.

Prof. Dr. Dietmar Grichnik und Dr. Torben Antretter erklären in einem Video, wie KI dabei helfen kann, Erfolgsaussichten von Startups zu analysieren.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in einem Artikel der Harvard Business Review und auf der Forschungsplattform Alexandria.

 


How ETH Zurich spin-offs strengthen the Swiss economy

Congratulations to Simon Hofer, Luca Fricker, Barbara Schmidt, Dr. Barbara Burkhard and Hanna Brahmefor for publishing their article on the economic impact of ETH spin-offs on the Swiss economy!

Read the whole study here.

 

A short summary:

As well as generating more jobs on average than other Swiss start-​ups, ETH spin-​offs are also acquired more frequently. With around 500 ETH spin-​offs now in existence, these businesses play a key role in the transfer of knowledge to the Swiss economy.

Ninety-​five percent of the spin-​offs are still located in Switzerland, with the majority based in Zurich, thus enabling them to boost the country’s economy and capacity for innovation. The group of 145 ETH spin-​offs analyzed as part of the study was shown to have created around 4,500 full-​time equivalent jobs. Each company provided about 30 positions on average, more than twice the average number for Swiss start-​ups.

The group analyzed – a good third of all ETH Zurich spin-​offs – generated almost CHF 900 million in revenue in 2017. The financial figures therefore clearly show that ETH spin-​offs represent an attractive investment option, with the money multiple at 3.6 on average. The overall equity value of this group is almost CHF 5 billion – extrapolated to all ETH spin-​offs, the value would be closer to CHF 10 billion. ETH spin-​offs are much more likely to make an exit than other Swiss start-​ups.

ETH Zurich built up its support for spin-​offs early on, in part through ETH transfer, e.g. with the technology transfer office founded in 2005. Detlef Günther, Vice President for Research and Corporate Relations, states «We want to keep improving our support services for spin-​offs over the next few years – in close dialogue with the companies».


Startup Navigator Webinar with Prof. Dr. Dietmar Grichnik und Assistent Prof. Dr. Manuel Heß

I'm happy to introduce you to our English version of the Startup Navigator

 

In this webinar, you will ...

... learn about the Startup Navigator model and how it can help new business ventures to succeed.

... get to know the interactive elements of the Navigator App that engage students in any hybrid teaching setting,

... learn how the book and tools help you to build an effectively applied entrepreneurship class from zero to one on any student level.

 


A founder`s diary – News von den Entrepreneurial Talents

Das Entrepreneurial Talents Program: für alle Gründer/innen, und solche, die es werden wollen ein fester Begriff im Startup@HSG Ecosystem Eine Auszeichnung, unterstützt durch die Jackstädt Stiftung, für besonders erfolgsversprechende Startups mit innovativen Lösungen, skalierbaren Geschäftsmodellen und ambitionierten Gründer/innen – Talente im wahrsten Sinne des Wortes!

Seit dem Start des diesjährigen Entrepreneurial Talents Programms im September ist einiges passiert: Geschäftsmodelle wurden kalibriert, strategische Partnerschaften abgeschlossen, zahlreiche Prototypen ins Leben gerufen. Es wurde validiert, diskutiert; sowohl Startup intern als auch im Austausch mit den anderen Teilnehmenden des Entrepreneurial Talents Program. Begleitet wird jedes Startup während des gesamten Programms dabei von einem individuellen Coach vom Startup@HSG-Team

Für viele der Startups bildete die erste Coaching Session mit einem der Coaches von Startup@HSG den Auftakt des Förderungsprogramms. Ziel des individuellen One-to-One Coachings ist es, jedes Talent bestmöglich auf seiner Reise von der Verfeinerung des Business Models, über die Analyse der Vertriebsstrategie bis hin zur Skalierung zu begleiten. Für viele der Founder startete die erste Sparring Session mit ihrem Coach im Bereich des «Profiling» (vgl. https://www.stgaller-navigator.com/navigator/). Sowohl für das Startup in der Prototyping Phase als auch für das Startup, welches bereits den Markteintritt geschafft hat, ist die Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Produkts essentiell. Folgende Fragen stellen sich: Wer genau ist mein Kunde? Wie denkt er oder sie? Wie fühlt er oder sie – über mein Produkt und auch im weiteren Zusammenhang mit meinem Produkt? Zudem: Was sind seine oder ihre Pain Points? Wo kann ich ansetzen, um mit meiner Lösung unverzichtbar zu werden?

Neben der individuellen Begleitung durch einen Coach nehmen die Talents an einem reichhaltigen Programm unterschiedlicher Workshops und Seminare teil.

Ein klares Highlight der vergangenen Wochen war unter Anderem ein Workshop mit Anwalt und HSG-Alumni Dr. Paul Peyrot zum Thema «IP & Legal Strategy». Der Rechtsexperte gab hierbei einen kurzen Überblick über die häufigsten Anliegen, Fragestellungen und auch Pit Falls junger Unternehmensgründungen im Bereich IP (Intellectual Property). Anhand von Case Studies aus der juristischen Praxis wurden unterschiedliche Strategien und Vorgehensweisen, wie die Wahl und das Ausbalancieren zwischen einer faktischen und juristischen Schutzstrategie erläutert. Auch im Bereich des Marken- und Patentrechts konnten einige Anliegen unserer Talents praxisnah erläutert werden. So gilt es beim Aufsetzen einer Markenstrategie wichtige Unterschiede zwischen der Anmeldung einer Schweizer, europaweiten oder internationalen Marke zu beachten. In welche Markenklassen gemäss Nizza-Klassifikation soll ich meine Brand eintragen? Was bietet mir einen grösseren Schutzumfang – eine Wort- oder eine Bildmarke?  Insbesondere da sich unter den diesjährigen Talents viele technologieorientierte Startups befinden, fand auch das Thema Patentrecht -nicht zuletzt in der nachfolgenden, sehr intensiven Q&A Runde- einen hohen Stellenwert. So gibt es für Startups mit patentfähigen Innovationen wichtige Punkte zu beachten, wie etwa, dass die technologische Neuheit nicht vor der Anmeldung des Patents der Öffentlichkeit kommuniziert werden darf. Ein Learning, das dem einen oder anderen Founder die Möglichkeit der Anmeldung zum Patent bei Beachtung «retten» kann.

Verfasst von Sarah Maria Nordt.


HSG Startups and the coronavirus crisis

Startup@HSG at the University of St. Gallen is the first contact point for young entrepreneurs, soon to be founders, and everyone interested in entrepreneurship.

Since 2017, the University of St.Gallen has been awarding a Spin-off label under the supervision of the Center for Entrepreneurship. Startups awarded by the Spin-off label (official HSG startups) build a strong community and allows one to track business developments within this broad sample group.

From June until August, we started a questionnaire about how the HSG startups coped with the current coronavirus crisis. The below-shown findings are based on a representative survey among these HSG Spin-Offs.

 

About the HSG startups

Spin-offs operate globally with a strong focus on the European area, followed by the USA.

Almost all Startups examined in this survey have their headquarters in Switzerland, Germany, or Austria. Their focus on core operations lies in the DACH region. However, with branches and, subsidiaries they are active on an international level (see images).


Image 1: Geographic location of the sample of HSG Startups

Despite the crisis, HSG startups perform comparatively well: In comparison to 2018, the share of startups with an annual revenue higher than CHF 500.000 has been growing by a total of 6% to 41%.

 

The effects on the startups

Only 12% of startups have not been affected by the current crisis. Among the majority of affected startups, the reaction and respective outcomes differ significantly. Two out of three ventures had to record decreases in revenue, in some cases to an extent threatening their existence. The other cluster of startups emerges from the crisis as winners. They have been managing to identify and leveraging opportunities as well as developing new branches of business. Furthermore, they are a vital element in contributing to crisis response on a societal level. Especially in technologically terms, HSG startups contribute significantly to progress in the fight against the coronavirus, for example, the “GesundZusammen” initiative from the HSG Founder of the Year Julian Teicken.

Similar to the economy as a whole, startups see themselves as highly affected by the coronavirus crisis.

The coronavirus crisis has affected all areas of life and business. Like almost all types of companies, startups are strongly affected by the short, medium, and long-term effects of the current crisis. Unlike most of the large players, startups have limited access to external financing in the form of short-term bridging loans and have only limited cash reserves internally. This means they very much depend on their investors and detailed and well-planned liquidity planning.

Not only is the limitation of external financing access a challenge but also the changes in customer behavior and the correlating breakdown of demand to which the startups must adopt. Also, new legal restrictions limit entrepreneurial freedom and, as well as the entire economy itself has been affected by the crisis, shortcomings in supply chain management are a real challenge.

 


Image 2: Emerging challenges

 

The majority of startups have been affected - predominantly negative. Only 12 % of startups have not been affected by the crisis at all. The most mentioned effect, 60% of the participating startups said so, was a decrease in sales volume.

In addition to the breakdown of revenues, current and potential investors showed reluctance to invest large volumes of additional funding into startups. Especially finding new investors became very challenging. To a certain extent, existing investors have demonstrated commitment to supporting their startups. It has been shown that lead investors are more committed than non-lead investors. 37% of the participating startups asked their investors actively for support. In total, 10% of investors re-invested in prior investments, 7% of the participating startups lost at least one of their current investors. However, almost three-fourths is currently not running up for funding rounds.

 

Meeting emerging challenges

The key to meet these emerging challenges is for companies to be innovative and agile and use their network for help. In comparison to most large established companies, startups show a high level of intrinsic agility and an affinity for innovation. This enables them to adjust relatively quickly to environmental changes. Whereas established companies in many cases try to overcome the crisis by sitting out, startups show a higher degree of proactivity and active opportunity exploration. Agility, lean organizational structures, and openness to innovation are key to quickly adjust the current business model to overcome emerging challenges. 27% of startups adapted their business model.

The flexibility of the business model helps startups to take advantage of new opportunities.

A large percentage of startups could identify new opportunities during the time of the crisis. Changes in perceived business opportunities are strongly linked to partial flexibility with regard to business model details and internal agility. Our survey showed that startups especially during the current crisis attach great importance to the identification and utilization of new opportunities. 43% identified new sustaining business opportunities during the crisis. 47% identified new opportunities, which, however, will not outlast the crisis.

Startups showed a high level of activity in proactive crisis management. Concepts for overcoming the crisis came mainly from the founders or employees, which shows a high level of commitment among all members of the Startup, especially in challenging times. Therefore, startups show strong action orientation: 80 % of the upcoming ideas have been implemented which is highly effective as 85 % of these ideas are helping the startup to manage the crisis.

Based on the overall crisis strategy, measures differ among startups. Trends for both expansion and restriction focused approaches have been mentioned. However, remote work has been the most common measure to adapt to the crisis, followed by the introduction of short-time work which has been applied by over 40% of the participating startups. More than one-quarter of the startups also adopted their business model.

Even all the different measures have been applied, there are differences in the outcome for the startups. Some startups have been hit extraordinarily hard by the repercussions (f.e. startups with tourism & travel industry focus). But also, some succeeded in maintaining sufficient cash flow, and others could leverage their resources to even capture additional opportunities and safeguard growth. Overall, only 7% of the startups had to dismiss employees, but 20% of the startups were recruiting new employees. In total, 49 employees were recruited by the participating HSG startups during the period in which the survey took place.