Mythen des Unternehmertums

Möchtest Du Dich gerne selbständig machen, hast aber weder eine weltbewegende Idee gefunden noch trägst Du das Unternehmer-Gen in Dir? Hast Du dann überhaupt eine Chance, zu den glücklichen Unternehmensgründern zu zählen? Oder musst Du nun Dein ganzes Leben für ein Unternehmen arbeiten, das nicht Dir gehört?

 

Wir räumen mit häufig genannten Mythen rund um das Unternehmertum auf.

 

Unternehmer werden geboren, nicht gemacht.

Das Unternehmerdasein ist vielfältig, da kein Unternehmen dem anderen gleicht, dasselbe gilt auch für jeden Unternehmer. Folglich existiert ein spezifischer Erfolgstyp nicht. Zudem zeigt die Forschung, dass Unternehmertum erlernbar ist und Unternehmer nicht als solche geboren werden. Vielmehr steckt in jedem das Unternehmer-Gen. Die eigenen Vorlieben zeigen jedoch auf, in welche Richtung Dein Unternehmerdasein zielt, sprich, welcher Typ von Unternehmer Du bist.

Unternehmer sind Zocker.

Als Unternehmer bist Du in einem Umfeld grösster Unsicherheit tätig. Um diese Unsicherheit zu meistern, verlassen sich erfolgreiche Unternehmer auf ihre verfügbaren Mittel. Diese Herangehensweise, erkannt von der bekannten Entrepreneurship-Forscherin Saras Sarasvathy, wird als «Effectuation-Ansatz» bezeichnet. So bleibt die Zukunft zwar weiterhin unsicher, jedoch können die Entrepreneure mit den vorhandenen Mitteln sofort auf eine sichere Ressource zurückgreifen, direkt mit dem Unternehmensaufbau beginnen und so nur kalkulierte Verluste eingehen (sogenanntes Downside-Potenzial).

Blog: Probieren geht über Studieren
Blog: Verkraftbare/vertretbare Verluste (auf Englisch)

 

Unternehmer sind ihre eigenen Chefs und völlig unabhängig.

Unternehmer haben oft Investoren, die ihnen liquide Mittel in Form von Eigenkapital zur Verfügung stellen. Hierfür bekommen die Kapitalgeber, einen Anteil des Unternehmens und treten, im Falle einer Aktiengesellschaft, als Aktionäre auf. Aktionäre haben meistens nicht nur eine finanzielle Beteiligung am Unternehmen, sondern besitzen auch Stimmrechtsaktien, was bedeutet, dass sie ein Mitspracherecht im Unternehmen besitzen.
Nicht nur die Kapitalgeber und Miteigentümer sind relevant für ein Startup, vielmehr ist der Erfolg eines Startups von seinen Mitarbeitenden, deren Kompetenzen sowie den verschiedenen Anspruchsgruppen abhängig.

Blog: Veränderung der Ziele (auf Englisch)

 

Wenn Du einmal ein Unternehmen in den Sand gesetzt hast, wirst Du nie mehr Geld bekommen.

Viele erfolgreiche Entrepreneure sind vor ihrem ersten Erfolg gescheitert und haben dieses «Scheitern» als Chance genutzt. Wichtig ist, dass Du aus den gemachten Fehlern lernst und sie nicht wiederholst. Denn ein allfälliger Misserfolg muss nicht zwingend negativ sein, weil Du dadurch um eine wertvolle Erfahrung reicher bist, die Dich näher zu Deinem (nächsten) Ziel bringt.

Blog: Misserfolg oder doch Erfolg?

 

Geld ist die wichtigste Zutat für ein Startup.

Noch wichtiger als Geld ist es, dass Du ein Problem löst, das a) möglichst viele Menschen betrifft und b) diese auch bereit sind, für Deine Lösung einen gewissen Preis zu bezahlen. Somit muss ein Markt für Deine Lösung bestehen, ansonsten kannst Du keinen Umsatz bzw. Gewinn erzielen. Darüber hinaus sind die Fähigkeiten und Kompetenzen in Deinem Team von grösster Wichtigkeit, damit Du Dein Unternehmen zum Laufen bekommst, bzw. am Laufen hältst.

Blog: Generiere Nutzen für Deine Kunden (auf Englisch)

Blog: Smart Money ist die bessere Lösung (auf Englisch)

 

Unternehmer sollten jung und energisch sein.

Harvard Business Review hat 2018 eine Studie publiziert, in der festgestellt wurde, dass erfolgreiche Unternehmensgründer im Durchschnitt 45 Jahre alt sind.

         

 

Unternehmer werden nur durch ihre Geldgier motiviert.

Fauchart und Gruber (2011) haben in ihrer Studie über die soziale Identität von Gründern drei «Entrepreneurial Types» erkannt – den Darwinisten, den Kommunitaristen und den Missionar. Alle drei werden aus verschiedenen Gründen angetrieben, Unternehmen zu gründen. Der Darwinist gründet hauptsächlich aus ökonomischen Gründen, der Kommunitarist möchte ein Problem für sein direktes Umfeld lösen und der Missionar sieht das Unternehmen als politisches Sprachrohr, um auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und diese anzugehen.

Wenn ein Unternehmer talentiert ist, wird der Erfolg in ein oder zwei Jahren eintreten.

Ein Unternehmer kann noch so gut sein, wenn sein Service bzw. sein Produkt zum falschen Zeitpunkt auf den Markt kommt, sprich, der Markt noch nicht bereit für sein Produkt oder seine Dienstleistung ist, dann wird er nicht erfolgreich sein. Viele verschiedene Faktoren spielen in den Erfolg eines Unternehmers ein, so z.B. sein Netzwerk, seine finanziellen Ressourcen, die Nachfrage am Markt oder Unternehmenspartner.

Durchschnittlich 53% der in den USA neugegründeten Unternehmen überleben die ersten fünf Jahre nicht. Diese Quote betrifft im Übrigen auch andre Länder und ist unabhängig von der Branche und dem Konjunkturzyklus.

Jeder Unternehmer mit einer guten Idee kann Risikokapital aufbringen.

Die fünf wichtigsten Gründe für einen Investor, in ein Startup zu investieren sind:

  1. Markt (69%)
  2. Management bzw. Team (60%)
  3. Strategie (54%)
  4. Wettbewerb (33%)
  5. Produkt und Technologie (30%)

Hier zum Video über den Entscheidungsprozess von Venture Capitalisten.

 

Wenn ein Unternehmer über genügend Startkapital verfügt, kann nichts schiefgehen.

Klar, wenn Du genügend Geld hast, kannst Du Dir viel leisten. Doch ist es nicht so einfach in der Welt der Unternehmer. Um als Unternehmer erfolgreich zu sein, brauchst Du mehr als «nur» Geld, denn Du bist in einer Welt grösster Unsicherheit unterwegs. Nach der unternehmerischen Methode brauchst Du Dein Stärken-Mittelinventar. Stell Dir die Fragen: «Wer bin Ich?»; «Wen kenne Ich?»; «Was kann Ich?». Dadurch stellst Du Deine Werte, Vorlieben und Ideen, Dein Netzwerk sowie Dein Wissen, Deine Fähigkeiten und Deine Erfahrungen zusammen, die Dir als Werkzeug zur Unternehmensgründung dienen.

Wie Du zum Unternehmer wirst, erfährst Du im Buch "Entrepreneurial Living" von Prof. Dietmar Grichnik und "St.Galler Startup Navigator" von Prof. Dietmar Grichnik & Co.

 

In diesem Video räumt Prof. Dietmar Grichnik mit weiteren Mythen zum Thema Unternehmertum auf.

 

 


Podcasts about FoodTech of the HSG Ecosystem

Learn more about FoodTech from FoodTech Startups from the HSG Ecosystem.
 

HSG-Alumna Daniela Steiner ist Co-Ownerin von Felfel, ein Startup, das täglich über 40'000 Mitarbeitende mit feinem und gesundem Essen verpflegt. Das Geschäftsmodell: Ein intelligenter, in Holz verkleideter Kühlschrank wird regelmässig mit leckerem Essen befüllt und von den Betrieben aufgestellt. Felfel ist bereits das zweite Startup von Daniela, zuvor war sie in der Schweiz und in den USA in der Finanzbranche tätig.

 

HSG-Alumnus Daniel Frei ist Mitbegründer und CEO des Gastronomieunternehmens Tibits. Seit 2000 bietet der Familienbetrieb saisonale vegetarische und vegane Gerichte an. Inzwischen gibt es die vegetarischen Restaurants an elf Orten in der Schweiz sowie zweimal in London und einmal im deutschen Darmstadt. Daniel spricht über das Erfolgsgeheimnis und die Hintergründe des mittlerweile etablierten vegetarischen Restaurants.

 

HSG-Alumna Yuan Yao ist «Serial Entrepreneur» und baut gerade ihr Startup Nummer vier und Nummer fünf parallel auf. Die erst 34-Jährige ist ehemalige Diplomatin, Lehrerin, Übersetzerin, Schriftstellerin und professionelle Köchin. Bereits mit 26 Jahren wurde sie die jüngste Wirtschaftsprofessorin an der East China Normal University in Shanghai, wo sie Entrepreneurship lehrte.

 

More interviews:

Felfel

Hitzberger

Umami

Faitron

Buyfresh


i4 Challenge – Industrial Transformation in the era of smart technology

Industry 4.0 is the name given to the next phase of the Industrial Revolution that focuses heavily on interconnectivity, automation, machine learning, real-time data, teams and organization, and new business models.

Making the move from traditional production models into the next generation of smart technology shaped by increased connectivity, Internet of Things (IoT) applications, and data-driven solutions is essential for businesses that don’t want to get left behind.

Industrial transformation is already seeing factories become increasingly automated and self-monitored as machines are given the ability to analyze and communicate with each other. But Industry 4.0 isn’t just about investing in new technology and tools to improve manufacturing efficiency—it’s about revolutionizing the way your entire business operates and grows while still meeting customers and supplier’s expectations.

 

The i4Challenge

The i4Challenge is an acceleration program for SME, startups, and new projects focused on innovative solutions, new approaches, and next-generation products or services for Industry 4.0 transformation in the following themes:

  • Customer-focused innovations
  • Digital transformation
  • Digital factory
  • Smart factory
  • Digital business transformation
  • Robotics; IoT; AI; VR; AR
  • Information technology
  • 3D printing

 

APPLY NOW

 

 

Key dates

SME and Startup tracks:

Deadline: 17 July 2020

Pitch days: 25 to 26 August 2020

Winners announced: 29 September 2020

BE 4.0 Mullhouse: 17 to 18 November 2020

 

New ideas track:

Deadline: 2 November 2020

Winners announced: 16 December 2020

Personalized coaching: January to June 2021

 

Program benefits

SME and Startup tracks

Projects accepted through these i4Challenge categories receive a number of benefits to help foster successful commercial launch and business success of Industry 4.0 projects. These include:

  • an exhibition space at the BE 4.0 trade fair in Mulhouse
  • exposure through Basel Area Business & Innovation online channels
  • access to the Basel Area Business & Innovation Industry 4.0 network of experts, innovators, businesses, investors and more
  • mentoring from industry experts
  • access to a coworking space for six months in one of our three Switzerland Innovation Park Basel Area sites
  • possibility to appear as key note speaker at one of our events
  • a free one-year membership to the Société Industrielle de Mulhouse (SIM)
  • privileged access to the network and activities of the partners of the Interreg Upper Rhine 4.0 project.

 

New ideas track

Projects accepted through the i4Challenge “new ideas” category receive a number of benefits to help to bring the idea to market readiness:

  • Access the Basel Area Business & Innovation network
  • Preferential access to the network and to the activities of the partners of the Interreg Upper Rhine 4.0 project
  • Tailor-made mentoring from industry experts
  • Funding for further development of the idea
  • access to a coworking space for six months at the Switzerland Innovation Park Basel Area Site Jura

 

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Misserfolg oder doch Erfolg?

«Leidenschaft erzeugt Durchhaltevermögen, eine essenzielle Unternehmereigenschaft, die es überhaupt ermöglicht, ein aus den eigenen Stärken ermitteltes neues Lösungskonzept für ein Kundenproblem weiter zu entwickeln und gegen alle Zweifler und im Falle des Markterfolges gegen die aufkommende Konkurrenz durchzusetzen.» (D. Grichnik, 2016)

Um durchzuhalten ist es relevant, dass Dein identifiziertes Problem und die damit einhergehende Lösung Deine Leidenschaft weckt. Ein weiterer wesentlicher Faktor für Deinen Erfolg als Unternehmer ist, dass Dein identifiziertes Problem von vielen Menschen als Problem wahrgenommen wird, damit Du Deine Lösung vermarkten und entsprechend skalieren kannst. Ein bedeutender Schritt als Unternehmer ist es folglich, dass Du das Feedback des Marktes richtig deutest, und Dir ehrlich eingestehst, ob Deine angestrebte Lösung erfolgreich sein wird oder nicht. Auch ein allfälliger Misserfolg muss nicht zwingend negativ sein, denn Du bist um eine wertvolle Erfahrung reicher, die Dich näher zu Deinem (nächsten) Ziel bringt. Viele erfolgreiche Entrepreneure sind vor ihrem ersten Erfolg gescheitert und haben dieses «Scheitern» als Chance genutzt. Das Paradebeispiel ist wohl Thomas Edison, der 10'000 Wege kannte, wie eine Glühbirne nicht funktioniert, bevor er die erste funktionierende Glühbirne entwickelte. Aber auch Bill Gates scheiterte, bevor er Microsoft gründete. Gates startete mit einem Freund das Startup Traf-O-Data, mittels welchem sie Verkehrsingenieuren Auswertungsberichte amerikanischer Strassenverkehrszähler anboten, um den Verkehr zu optimieren. Zwei Faktoren führten zum Scheitern dieses Startups, ein interner und ein externer Faktor. Zum einen funktionierte der Prototyp nicht, zum anderen wurden solche Berichte kurz darauf kostenlos von den jeweiligen Bundesstaaten bereitgestellt. Zweitgenannter Faktor machte das Produkt überflüssig. Durch seinen ersten Gründungsversuch lernte Gates jedoch, eine Software zu entwickeln, was zur Gründung von Microsoft führte.

Das Scheitern ist Teil der unternehmerischen Realität. Sei Dir stets bewusst, dass es nicht auf einer persönlichen Ebene stattfindet, sondern auf der Ebene eines Gegenstandes (des Startups). Dieser als Scheitern interpretierte (Miss)Erfolg erhöht Deine Chancen auf den unternehmerischen Erfolg in einem späteren Startup automatisch. Eigne Dir die Fähigkeit an, erlebte Emotionen zu regulieren – Freude und Furcht wahrzunehmen, zu kontrollieren und zu nutzen. Diese Fähigkeit hat unmittelbare Auswirkungen auf Deinen persönlichen wie auch beruflichen Erfolg, denn hierdurch kannst Du Deinen Unternehmergeist entwickeln, das bekannte «Entrepreneurial Mindset».

Bist Du nun bereit, Dein Startup zu gründen, oder brauchst Du noch etwas Motivation?

Falls Du noch Motivation brauchst, dann mach den Meterabstandtest (nein, dies hat nichts mit der Reduktion der Ansteckungsgefahr an COVID-19 zu tun). Besorge Dir einen flexiblen Meter (z.B. diejenigen, die man bei IKEA erhält). Stell Dir vor, dass die abgebildeten Zentimeterangaben Deine Lebensjahre sind. Gehen wir davon aus, dass Du das durchschnittliche Alter von 80 Jahren der Menschen, die in der DACH-Region leben, erreichst und schneide die restlichen 20 cm ab bzw. knick sie um. Nun bemalst Du die Zeitspanne von Deinem heutigen Alter bis zu der 80er-Marke mit einem Highlighter. Der bunte Abschnitt visualisiert die Zeitspanne, die Du noch hast, um unternehmerisch tätig zu sein. Falls dies noch nicht Motivation genug ist, um jetzt mit der Umsetzung Deiner unternehmerischen Tätigkeit zu beginnen, dann haben wir Dir hier die Hardcore-Variante: Geh davon aus, ceteris paribus, dass Dein Leben einen Tag (24 Stunden) lang dauert. Dies bedeutet, dass Du mit 40 Jahren bei 12:00 Uhr mittags angekommen bist. Wie sieht es auf Deiner «unternehmerischen Uhr» nun aus, ist es fünf vor oder bereits zehn nach zwölf?


Businessplan, ja oder nein?

Stehst Du am Anfang Deiner unternehmerischen Tätigkeit und überlegst Dir, ob Du nun einen Businessplan schreiben oder einfach drauflosarbeiten sollst? Dann ist dies der richtige Beitrag für Dich.

Aus der Forschung ist klar zu erkennen, dass lediglich ein Fünftel des Unternehmenserfolgs junger Unternehmen auf deren langfristige Planung, zurückzuführen ist. Entrepreneure raten daher, dass Du erst dann planst, wenn es tatsächlich nötig ist, beispielsweise vor einer grösseren Finanzierungsrunde. Denn je etablierter das Unternehmen wird, desto relevanter wird die strategische Planung. Stehst Du jedoch an der Startlinie Deiner unternehmerischen Tätigkeit, dann empfiehlt es sich, dass Du Deine wertvolle Zeit in die Validierung Deiner Geschäftsidee investierst. Dies bedeutet, dass Du zunächst Dein passendes Geschäftsmodell mit dem Kunden oder in Bezug auf dessen Inputs entwickeln solltest, anstatt die Zeit mit dem Schreiben eines Businessplans zu verwenden. Sobald genügend valide Informationen aus dem Kundenfeedback und gegebenenfalls von der Konkurrenz vorliegen, kannst Du mit dem effektiven Planen anfangen. Dabei sollst Du jedoch keinen 50-seitigen Businessplan erstellen, denn Businesspläne können nicht verhindern, dass Unerwartetes auftritt. Solche Veränderungen gehören zum Unternehmeralltag nun mal dazu.

Wie kannst Du aber Dein Unternehmen trotz dieser Unsicherheit zum Erfolg bringen? Halte statt eines Businessplans Plan B, C und C bereit. Für den Beginn Deiner unternehmerischen Reise eignet sich das Lean-Startup-Prinzip. Das Ziel des Lean-Startup-Prinzips ist es, dank der Formulierung und des Testens von Hypothesen eine möglichst kostengünstige Unternehmensgründung mit schnellem Markteintritt voranzutreiben. Zur Hypothesenformulierung überlegst Du Dir kritische Punkte, an denen Dein Geschäftsmodell scheitern könnte. Das Augenmerk wirfst Du hierbei auf Deine Zielkunden, Dein Werteversprechen, Deine Wertschöpfungskette und Deine Ertragsmechanik. Stelle Hypothesen auf, die zum Beispiel testen, in welcher Form der grösste Mehrwert für Deine Kunden geschaffen wird, wer überhaupt Deine Kunden sind oder wie viel sie bereit sind für Dein Produkt/Service zu bezahlen. Um Hypothesen zu formulieren, kannst Du die sogenannten Analogs (vergleichbare Angebote im Markt) und Antilogs (gegensätzliche Angebote im Markt) zur Hilfe ziehen. Überprüfe in Deinem Markt (aber auch ausserhalb lohnt es sich), welche Geschäftsmodelle und deren Bestandteile funktionieren und welche nicht. Finde heraus, weshalb gewisse Geschäftsmodelle in Deinem Markt nicht funktionieren, ob es bestimmte zu bevorzugende Kundensegmente gibt, ob der Markt bestimmten aufsteigenden bzw. abnehmenden Trends unterliegt oder wie stark der Markt umkämpft ist. Analogs sind Bestandteile Deines Geschäftsmodells, die im Markt bereits funktionieren und Du ebenfalls anwenden möchtest. Hier stellst Du Dir die Frage, was Du von der Konkurrenz lernen kannst, dass deren Bestandteile auch bei Deinem Geschäftsmodell funktionieren. Antilogs sind Bestandteile, die es in Deinem Markt noch nicht gibt, die Du jedoch zu Deinem Geschäftsmodell hinzufügst, damit Du eine einzigartige, kaum imitierbare aber erfolgreiche Lösung anbietest. Antilogs finden sich dann, wenn Marktteilnehmer sich bewusst für neue, andere oder gegensätzliche Geschäftsmodellbestandteile entscheiden, die bis dato entweder unerprobt waren, zuvor gescheitert sind oder aus einem komplett anderen Markt übertragen werden sollen.

Sobald Du passende Hypothesen aufgestellt hast, gilt es diese mittels des Feedbacks potenzieller Kunden zu testen. Halte jede einzelne Rückmeldung zu jeder Deiner Hypothesen fest, damit Du sie auswerten kannst und so ein genaues Bild über Deine Kunden und Deinen Markt erhältst. Überdies kannst Du die Sammlung an Rückmeldungen zur Gewinnung neuer Mittel und Ideen sowie neuer Ziele nutzen. Diese Auswertung ist für künftige Finanzierungsrunden von grosser Bedeutung, wenn Du potenzielle Investoren von Deiner Idee und dessen Umsetzungspotenzial überzeugen willst. Beachte beim Testen der Hypothesen, dass jede Änderung eines Elements Deines Geschäftsmodells normalerweise Änderungen an anderen Elementen nach sich zieht. Am besten fängst Du mit der Zielgruppenhypothese an. Kristallisiert sich bei deren Überprüfung heraus, dass Du mit Deiner Hypothese zu Deinen Zielkunden falsch gelegen hast, solltest Du zurück zur Startlinie gehen und Dich neu orientieren, sprich, einen sogenannten «Pivot» machen. Es ist unerlässlich, dass Du die passende Zielgruppe findest, für die Du ein relevantes Problem löst und die darüber hinaus bereit sind, für diese Problemlösung zu bezahlen.

Also, zurück zur eingangs gestellten Frage, ob es Sinn ergibt, zu Beginn einen Businessplan zu erstellen: Businesspläne können Dir in Deiner unternehmerischen Tätigkeit helfen, jedoch erst, wenn Hypothesen bestätigt werden und Deine unternehmerische Tätigkeit soweit ist, dass sie eine Planung zulässt. Zuvor sind sie oft hinderlich, da sie zu starr sind, Unvorhergesehenes nicht inkludieren und Parameter festlegen, ohne diese vorgängig validiert zu haben. Daraus resultiert, dass Du zu Beginn zu wenig flexibel bist, was in einer unsicheren Welt eines Unternehmers zum Niedergang führen kann. Deshalb rät es sich: Entwickle eine Routine im Umgang mit dem Unerwarteten! Teste Hypothesen und sei offen für Veränderungen. Geh auf Deine Kunden ein und spüre heraus, was die beste Lösung für das identifizierte Problem ist, damit Du für eine möglichst grosse Anzahl an Menschen die passende Lösung findest und diese zudem bereit sind, dafür zu bezahlen.


Drei Schritte zum idealen Gründerteam

Wie sieht es mit Deinem Gründerteam aus? Bist Du als Solopreneur oder als Teampreneur unterwegs?

 

Aus der Forschung wird ersichtlich, dass Gründerteams höhere Erfolgschancen haben als Einzelgründer. Du wirst Dich nun bestimmt fragen, was es wohl mit dem bekannten Satz auf sich hat: «Mein Unternehmenspartner war mein grösster Feind». Teamprobleme sind fast in jedem Gründerteam vorprogrammiert, wenn sich das Team mit der Zusammenarbeit nicht auseinandersetzt. Erfahre in diesem Blog, wie Du Dein ideales Team zusammenstellst und potenzielle Konflikte möglichst vermeiden bzw. bewältigen kannst.

 

In einem ersten Schritt ist es wichtig, Dir Deiner eigenen Unternehmeridentität bewusst zu sein und zu wissen, welche Rolle Du einnehmen willst. Dabei stellst Du Dir die Fragen «Wer bin ich» und «Was ist meine Rolle in der Gesellschaft?». Emmanuelle Fauchart und Marc Gruber entdeckten in ihrer Forschung in der Sportartikelbranche, drei verschiedene Gründeridentitäten: die Darwinisten, die Unternehmen aus reinem ökonomischem Eigeninteresse gründen, die Communitaristen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen den Mitgliedern ihrer Gemeinschaft einen Nutzen stiften, und die Missionare, die mit ihren Problemlösungen die Welt ein Stück besser machen wollen. Darwinisten haben oft eine betriebswirtschaftliche Ausbildung absolviert, agieren wettbewerbsorientiert und werden von ihrem eigenen Streben nach Profit und Wachstum angetrieben. Communitaristen stossen oft durch ihr Hobby auf ihre unternehmerische Gelegenheit. Da sie gruppenorientierte Menschen sind, möchten sie ihre eigenen Probleme lösen und dabei auch ein Mehrwert für ihre direkte Community schaffen. Die Missionare zielen darauf ab, ihre gesellschaftlichen, politischen oder ökologischen Visionen zu verbreiten und sind davon überzeugt, dass ihr Handeln das Wohlergehen aller positiv beeinflusst.

Finde hier heraus, welcher Gründertyp Du bist.

 

In einem zweiten Schritt geht es darum, ein möglichst heterogenes Gründerteam zusammenzufinden. Durch komplementäres (Erfahrungs-)Wissen aus verschiedener Fachrichtungen deiner einzelnen Mitstreitern, könnt ihr Problemstellungen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Hierdurch schafft ihr kreative Lösungen. Genau diese Kreativität ist für Deine innovative Lösung relevant. Natürlich sollte Dein Gründerteam nicht zu gross sein. Es empfiehlt sich, dass Du Dir zwei bis vier Mitgründer suchst.

 

Nicht nur die Fachrichtungen, sondern auch die Rollenidentität Deines Gründerteams sollte heterogen sein. Deshalb gilt es im dritten Schritt die jeweilige Rollenidentität festzustellen. Hier ein kleiner Tipp, um die Identifizierung leicht zu machen. Der Psychologe Meredith Belbin definiert neun Teamrollen, untergeordnet in drei Rollenkategorien, an die Du Dich gerne halten kannst. Damit Du ein erfolgreiches Gründungsteam zusammenstellst, solltest Du darauf achten, dass alle drei Rollenkategorien möglichst gleich verteilt sein. Eine Person kann in der Regel ein bis zwei Rollen wahrnehmen. Achte darauf, dass jeder in Deinem Team sowohl sich seiner Rollenidentität bewusst ist, als auch die der Teammitglieder kennt und versteht. Dies fördert das gegenseitige Verständnis.

 

Bei der Teamarbeit ist es essenziell, dass ihr auf potenzielle Konflikte achtet. Die Forschung über Teams stellt klar fest, dass Teamkonflikte häufiger in heterogenen Teams auftreten als in homogenen. Sei Dir also bewusst, dass in heterogenen Teams, durch das unterschiedliche Fachwissen und die verschiedenen Rollenidentitäten, das Potenzial für Konflikte gross ist. Es kommt vor, dass die Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Lösung für ein vielversprechendes Startup scheitert. Dies liegt an der Kommunikation untereinander. Damit du das Scheitern deines Startup verhindern kannst ist es wichtig, dass Du und Dein Team die Konflikte positiv nutzt und durch einen Koordinator im Team die Kommunikation gut gemanagt wird. Denn nur durch Auseinandersetzungen kannst Du neue Perspektiven einnehmen und Dein Produkt bzw. Deine Dienstleistung weiterentwickeln. Denn Konflikte in der Sache sind hilfreich und erweitern die möglichen Lösungsalternativen; emotionale Konflikte sind jedoch der Sache dagegen abträglich. Deshalb gilt es emotionale Konflikte durch geschickte Teambildung und Teamentwicklung zu vermeiden. Dies erreichst Du dank der Schaffung gegenseitigen Vertrauens und einer gemeinsamen Sprache.


Co-kreiere Deine Zukunft

Wie wichtig ist es für einen Entrepreneuren, seine Idee mit der Welt zu Teilen? Sollst Du Deine Geschäftsidee überhaupt mit Aussenstehenden besprechen, bevor Du Dein Produkt auf den Markt bringst? Wird Deine Idee gestohlen, wenn Du mit «Fremden» darüber sprichst?

Solange Du keine technologisch neue Lösung hast, die eine Patentierung benötigt, solltest Du das Feedback aussenstehender Dritter einholen. Ausserdem bist Du meistens nicht die erste oder einzige Person, die auf Dein identifiziertes Problem gestossen ist und sich zur Lösung dieses Problems Gedanken gemacht hat. Keine Angst, dies ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass ein Bedürfnis der Problemlösung im Markt besteht. Dementsprechend ist das Feedback von aussenstehenden Dritten zum eigenen Lösungsvorschlag für das Vorantreiben Deines Startups essenziell. Umso besser, wenn Du die Feedbackgeber als Mitstreiter mit ins Boot holen kannst. Doch wer kommt als Partner in Frage? Zu Beginn, alle Anspruchsgruppen Deiner Geschäftsidee, also auch Konkurrenten, Lieferanten, potenzielle Kunden oder Kapitalgeber.

Du wirst Dich nun bestimmt fragen, wie können Konkurrenten wichtige Partner sein? Niemand kennt die Branche so gut, wie Deine Konkurrenten. Im Gespräch mit ihnen erfährst Du oft, welches die grössten Herausforderungen in der Branche sind und worauf Du achten musst. Agierst Du gegebenenfalls als Copycat, so könnten Deine «Ideenlieferanten», die oft in anderen Ländern tätig sind, über die Ideenbeschaffung und die Geschäftsmodellentwicklung hinaus bei künftigen Expansionsversuchen ein wichtiger Kooperationspartner werden. Erfahrene Entrepreneure, die das Prinzip der Co-Kreation verfolgen, sehen ihre Konkurrenten mehr als mögliche Partner, als verbissene Konkurrenten.

Ausserdem ist es unausweichlich, dass Du Deiner Wertschöpfungskette entlang gehst und entscheidest, welche Schritte Du selbst übernimmst und welche Du outsourcst, sprich, für welche Du einen Partner brauchst. Mittels dieser Analyse vermeidest Du, dass Du Dich lediglich auf die Probleme der Endkunden fokussierst und Dir somit gewinnträchtige Möglichkeiten entgehen. Durch diesen Schritt wirst Du merken, dass Dein zu Beginn angepeilter B2C-Ansatz sehr wahrscheinlich weniger lohnend ist als ein B2B-Ansatz. Klar gehen beim Outsourcing Margen verloren. Dafür sparst Du Dir die hohen Kosten der Kundenakquise, die höher ausfallen, als die Marge, die Dir bei der Adressierung der Endkunden entgeht. Ein Blick auf die «Inc. 500» (die wachstumsstärksten Unternehmen der USA, die Gebrauchsgüter anbieten) und es fällt Dir auf, dass knapp 90 % dieser Unternehmen im B2B-Markt tätig sind. Somit ist es unerlässlich, Dich mit Deinen Lieferanten zu besprechen und von ihren Erfahrungen und Wissen zu profitieren. Bekanntlich kennen sie die Wertschöpfungskette und die dazugehörigen Player, Produkte, Fallstricke etc.

Auch das Feedback von potenziellen Kunden ist bedeutungsvoll. Sie sind die ersten, die Dein Produkt bzw. Deine Dienstleistung testen. Wenn Du die Möglichkeit hast, gewinne relevante Kunden als sogenannte Lead User um Deine Lösung voranzutreiben, um am Ende die bestmögliche Lösung möglichst vielen Nachfragern anzubieten. Auch Investoren können durch ihr Feedback einen wesentlichen Teil zur Weiterentwicklung Deiner Lösung beitragen. Wahrscheinlich hast Du vom Begriff «Smart Money» bereits gehört. So fügen sie «nicht nur» Geld Deinem Mittelinventar bei, sondern stehen mit Rat (und Tat) zur Seite, vernetzten Dich mit wichtigen Kontakten oder erweitern Dein Kompetenzenportfolio.

Durch die Zusammenarbeit wird Dein Mittelinventar wie auch Dein Zielportfolio erweitert. Wichtig beim Eingehen von Kooperationen mit Partnern ist für Dich, dass Du Dir Deines leistbaren Verlustes klar bist und diesen in den Verhandlungen mit Deinen Partnern vor Augen hältst. Versuche gemeinsam mit Deinen Partnern auf Basis eurer individuellen Mittelinventare, euren leistbaren Verlusten und euren Zielportfolios zu verhandeln und die gemeinsame Zukunft zu gestalten. Das Interessante am Unternehmertum ist, dass niemand weiss, was die Zukunft bringen mag.


Monitoring the COVID-19 Crisis From Space

A comparison of nighttime light emissions across China during the early months of COVID-19 shows how satellite sensing data can provide early detection of trouble.

Business leaders across the globe are increasingly dismayed at feeling left in the dark about the size and severity of the COVID-19 outbreak. Suppliers in affected countries, such as China, are no longer able to confirm orders. The stock and oil markets are in disarray. Governments worldwide have been slow to report on the true scale of the economic slowdown. The lack of reliable, timely, inexpensive, and easy-to-obtain information about the severity and impact of COVID-19 has revealed a glaring weakness in global management.

One source of data the authors rely on in their economic research can provide a clear picture of the economic impact of COVID-19 and similar disasters. Nighttime light emissions data, a novel class of remote sensing data, measures the total amount of light produced at night in a given region. It can be used by businesses, such as airlines, to monitor progression and effects of significant continuity threats, such as natural disasters and civil unrest, as well as economic recovery in near real time and at little cost. Nighttime light emissions have the potential to reduce reliance on slow-moving government statistics and questionable media reporting, and the data can be used to augment or replace other less timely and less accurate economic proxies to see when and where industry-related activity is changing.

The authors believe that the analysis of this data can be used to help managers and senior leaders navigate existential threats, such as the COVID-19 pandemic, by providing early warning about the impact of episodes in regions where they might have operations, suppliers, or customers.

 

What Remote Sensing Data Is Showing

The authors' large-scale research project of daily data at the Global Center for Entrepreneurship and Innovation at the University of St. Gallen in Switzerland uses remote sensing data from satellites and other sources to monitor short-term changes in economic and social activity.
The authors have found that satellite nighttime light emissions data is particularly effective at quantifying the economic and social impact of COVID-19. Nighttime light emissions are a strong proxy for economic activity. Therefore, the researchers analyzed light emissions data from the Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS), a joint endeavor by the United States National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) and NASA. The researcher’s findings:

  • Nighttime light data shows that COVID-19 has had a clear and discernible impact on almost all major Chinese cities.
  • During the research, the severity of the reduction in light emissions along intercity highways was detected.
  • The results suggest that Chinese citizens started self-isolating before the government quarantines — earlier than commonly believed.

 

Shanghai at Night Before the COVID-19 Outbreak
Satellite nighttime light emissions data for Shanghai, China, from Jan. 3, 2020.

Global Center for Entrepreneurship and Innovation at the University of St. Gallen, using data from NOAA Visible Infrared Imaging Radiometer Suite (VIIRS).

 

How Companies Can Use Remote Sensing Data

The most crucial attribute for successfully navigating the coming weeks and months is strong, sustained, and committed leadership at all levels of your company. However, leaders are blind without accurate and timely information. The authors strongly believe that this emerging class of satellite-based remote sensing data, when used appropriately, provides opportunities for unique insights:

  • Sensing data can provide early detection of trouble points.
  • Monitoring allows near real-time overview of certain threats.
  • Data can unearth the unexpected.

The length of time it has taken countries around the world to treat COVID-19 as a serious threat shows that many governments and supporting international organizations have been caught unprepared. This lack of preparedness has manifested in unreliable statistics and insufficient communication. Companies are now being attacked by an existential threat, the impact and severity of which is difficult to ascertain. This type of information – Nighttime light emissions data – can help companies doing business in affected regions to identify disruptions in real time, rather than waiting for official statistics, which may be slow, inaccurate, and without local data. Senior leaders need access to timely and accurate information to manage what is an inherently daunting challenge. Combined with other real-time proxies for consumer behavior, such as geolocation data and credit card transactions as well as more novel sources of information such as ground emission monitoring stations, social media posts, and traffic congestion readings, nighttime light emissions data can help leaders detect economic trends during a time of crisis with a level of timeliness once unimaginable.

The complete article is available here.


Meistere die Unsicherheit

Alle sprechen davon, doch was ist es, das unternehmerische Risiko? Und ist die Angst vor dem unternehmerischen Risiko überhaupt begründet?
Denkst Du an Risiken, die mit Deinem unternehmerischen Handeln einhergehen, kommen Dir bestimmt Horrorszenarien in den Sinn wie etwa, dass Dir Deine Bank den Geldhahn zudreht, Deine Lieferanten ihre Zahlungen plötzlich frühzeitig einfordern, Deine Kunden die Produkte zurücksenden oder nicht bezahlen oder Du nicht mehr genügend Liquidität für den Fortbestand Deines Startups hast. Solche Ängste halten viele Menschen vor der Gründung ab. Doch kannst Du solche Worst-Case-Szenarien umgehen?
In der Risikoforschung spricht man von den drei Risikozuständen «Risiko», «Ambiguität» und «Unsicherheit». Mittels der Einschätzung eines gewissen Risikos soll in die Zukunft geblickt werden, um anhand von Szenarien die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, welche möglichen Umweltzustände in der Zukunft eintreten werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist somit bekannt. Täglich wirst Du mit solchen Wahrscheinlichkeiten konfrontiert. Schau hierfür nur mal auf Deine Wetter-App auf Deinem Smartphone. Beispielsweise steht dort, dass es morgen mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% regnen wird. Damit kennst Du nun den möglichen Umweltzustand in Bezug auf das morgige Wetter, nämlich, dass zu 80% kein Regen fallen wird. Nichtsdestotrotz kannst Du dir für diese 20%-ige Chance, dass es doch regnen wird, einen Regenschirm in die Tasche packen und bist somit für die Schlechtwetterlage gewappnet.
Die Ambiguität, auch Risikoperzeption genannt, besagt, dass umso weiter im Voraus Zukunftswahrscheinlichkeiten berechnet werden, desto unbeständiger die Vorhersage ist. Das bedeutet, dass die möglichen Ereignisse zwar bekannt sind, nicht aber die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens. Diese Unbeständigkeit der Vorhersage hat damit zu tun, dass viele verschiedene Parameter in die Zukunft miteinspielen, von denen manche unvorhergesehen oder nur schwer kalkulierbar sind. Dies bedeutet für Dich, dass Du dank der Risikoberechnung weisst, dass es morgen mit 20%-iger Wahrscheinlichkeit regnen wird. Hast Du jedoch einen Urlaub in fünf Wochen geplant, kannst Du Dich auf die Wettervorhersage während deines Urlaubs nicht genau verlassen.
Der dritte wichtige Bestandteil der Risikoforschung ist die Unsicherheit. Du bewegst Dich im unternehmerischen Leben in einer Welt der Unsicherheit und des nicht berechenbaren Risikos. Damit ist gemeint, dass immer wieder Ereignisse eintreten – wie die aktuelle Coronavirus-Krise – deren zukünftige Umweltzustände wir nicht mehr kennen bzw. vorhersagen können. Somit sind weder die möglichen Ereignisse noch die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens bekannt.
Vom unternehmerischen Risiko spricht man also, wenn Du keine Prognosen treffen (Risikosituation) oder Marktforschung betreiben (Ambiguitätssituation) kannst und entsprechend die Unsicherheitssituation annehmen musst. Um diese Unsicherheit zu reduzieren gibt es eine Lösung: Durch das Einbringen Deiner vorhandenen Mittel (Fähigkeiten, Netzwerk und Werte) hast Du massiven Einfluss auf das künftige Geschehen. Mit einer Problemlösungskaskade kannst Du das Bedürfnis Deiner Kunden lösen und anfangen Daten zu sammeln, um künftig Prognosen und Marktforschungen durchzuführen. Als Entrepreneur kannst Du also die Zukunft gestalten obwohl Du sie nicht vorhersehen kannst. Um die Unsicherheit möglichst zu minimieren, eignet sich der «Lean-Startup-Ansatz», der dank dem Testen von Hypothesen letzten Endes das Produkt oder die Dienstleistung auf den Markt bringt, welche das Kundenbedürfnis bestmöglich befriedigt.


Vision und Ziele – trügerische Sicherheit oder eine Notwendigkeit? / Vision and goals - deceptive security or a necessity?

(english version below)

Im Blog «Probieren geht über Studieren» hast Du Deine Stärken und Deine zur Verfügung stehenden Mittel evaluiert. Diese Inventarliste gibt Dir die nötige Sicherheit in der Unternehmerwelt, die von höchster Unsicherheit geprägt ist. Auch erfahrene Entrepreneure verfolgen diese Logik. Superpreneure wissen, dass sie die Zukunft nicht vorhersagen können, vielmehr versuchen sie deshalb die Zukunft durch eine neue Art der Problemlösung zu beeinflussen. Sie lassen sich dabei von ihren vorhandenen Mitteln leiten. Auf Dich angewandt bedeutet dies, dass Du – geleitet durch Deine Individualität, Deine Kontakte und Deine Fähigkeiten – eine eigene Vorstellung (eine Vision) davon entwickeln solltest, wie Deine Lösung für das von Dir identifizierte Problem aussieht und wie Du diese Lösung angehst. Dabei wirst Du auf dem Weg zur Lösungsfindung weitere Problemfelder erkennen, die Du zeitgleich lösen kannst. Mit der Zeit entsteht ein sogenanntes Zielportfolio, bei dem ein Ziel durch ein anderes ergänzt, ersetzt oder vervollständigt wird.

Nun fragst Du Dich bestimmt: «Schwimme ich nicht ziellos in die eine oder andere Richtung und überlasse mit diesem Ansatz alles dem Zufall?» Erfolgreiche Unternehmer sprechen oft von den Visionen, die sie am Anfang ihrer unternehmerischen Handlung geleitet haben. So erklärte der Amazon-Gründer Jeff Bezos bereits in den 1990er Jahren, dass er weltweit der größte Online-Vertrieb schaffen wird. Ein aktuelleres Beispiel: Was sagst Du zu Elon Musks Vision mit SpaceX den Mars zu kolonisieren und Weltraumurlaub anzubieten? Klingt das für Dich verrückt oder visionär? Jedenfalls können wir zum heutigen Zeitpunkt nicht klar sagen, ob dies in Zukunft möglich sein wird.

Kennst Du das Prinzip des «Retrospektive-Bias»? Kurz erklärt besagt der Retrospektive-Bias, dass Du im Nachhinein immer klüger bist. Sprich, im Nachhinein war Deine Lösung die einzig logische und der Weg, den Du eingeschlagen hast, die ganze Zeit klar vorgegeben. Stehst Du jedoch am Anfang Deiner unternehmerischen Reise, dann musst Du viele Entscheidungen treffen. Du wirst auf dem Weg vielen Wegkreuzungen begegnen, an denen Du Dich für eine Richtung entscheiden musst. Hier liegt auch das Problem von Visionen und Zielen, denn erst in der Zukunft weisst Du, ob Deine Vision und Deine Ziele Utopien sind oder sie doch verwirklicht werden können.

 

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte: «Wer Visionen hat, sollte einen Arzt aufsuchen.»

 

Kurz gesagt liegt das Problem von Visionen und Zielen darin, dass sie Dir ein Gefühl der Sicherheit geben. Diese Sicherheit existiert jedoch nur auf dem Papier. Nichtsdestotrotz sind Visionen mächtig, solange sie kongruent mit Deiner eigenen Identität sind. Prüfe, ob Du Deine Vision durch Deine eigenen Fähigkeiten und Dein Netzwerk erreichen kannst, wobei Deine Vision Dir als grobe Richtlinie dienen soll, nicht aber als handlungsleitender Wegweiser. Durch die persönliche Identifikation mit dem erkannten Problem und der Nutzung Deiner Möglichkeiten steigerst Du Deine intrinsische Motivation, eine Lösung für dieses Problem zu finden, und treibst so Dein unternehmerisches Handeln voran.

Zu Beginn Deiner unternehmerischen Tätigkeiten verfügst Du noch über keine klaren Marktinformationen, da der Markt noch nicht existiert – ein sogenannter Blue Ocean – bzw. Du für Dein uniques Produkt oder Dienstlesitung keine Daten hast. Deshalb macht es wenig Sinn, wenn Du in dieser anfänglich äusserst unsicheren Situation fixe Ziele definierst und all Deine Ressourcen, Deine Zeit und Deine Mittel auf diese Ziele richtest. Du würdest Dich in einer falschen Sicherheit wiegen und Dich gegenüber den schnellen Veränderungen Deiner Umwelt verschließen. Umso wichtiger ist es, dass Du Deine vorhandenen Mittel nutzt, um loszulegen. Dadurch kannst Du sogleich anfangen unternehmerisch tätig zu werden. Erst wenn das Unternehmen wächst, ist die Zeit reif für konkrete Ziele, die gemeinschaftliche Aktivitäten koordinieren und organisieren.

Die unternehmerische Methode bringt Dich also nicht dazu, ziellos zu handeln. Vielmehr lernst Du dadurch, Deine Vision und Ziele von Deiner Identität und Deinen vorhandenen Mitteln abzuleiten. Demzufolge sind Ziele nicht der Startpunkt Deiner unternehmerischen Tätigkeit, sondern das Ergebnis Deines Handelns.

Der Vorteil der unternehmerischen Methode liegt entsprechend klar darin, dass Du durch das «Leitenlassen» von Deinen Mitteln verschiedene Wege ausprobierst, ehe Du den richtigen Weg gefunden hast. Dies ist wichtig, denn selten ist die erste Idee die endgültige Lösung. So soll voreiliges Handeln verhindert, dafür jedoch die beste Problemlösung als Ziel im Verlaufe Deiner unternehmerischen Reise entdeckt werden. Auf diesem Weg wirst Du nacheinander weitere Ziele finden und lösen, wodurch Du wahren Kundennutzen stiftest.

 


 

In the blog "The proof of the pudding is in the eating" you have evaluated your strengths and your means. This inventory gives you the necessary security in the entrepreneurial world, which is characterized by the highest degree of uncertainty. Even experienced entrepreneurs follow this logic. Superpreneurs know that they cannot predict the future; instead, they try to influence the future through a new way of solving problems. In doing so, they let their existing resources guide themselves. When applied to you, this means that you - guided by your individuality, your contacts, and your skills - should develop your idea (a vision) of what your solution to your identified problem will look like and how you will approach that solution. In the process, you will identify further problem areas along the way, which you can solve simultaneously. Over time, a so-called goal portfolio will develop, in which a goal is supplemented, replaced, or completed by another.

Now you are probably asking yourself: "Am I not swimming aimlessly in one direction or the other, leaving everything to chance with this approach?" Successful entrepreneurs often speak of the visions that guided them at the beginning of their entrepreneurial activity. Amazon founder Jeff Bezos, for example, declared back in the 1990s that he would create the world's largest online sales distributer. A more recent example: What do you think about Elon Musk's vision to colonize Mars with SpaceX and offer space vacations? Does that sound crazy or visionary to you? In any case, we can't say for sure at this point whether this will be possible in the future.

Do you know the principle of "retrospective bias"? Briefly explained, the retrospective bias says that you are always wiser in retrospect. In other words, in retrospect, your solution was the only reasonable one, and the path you took was clearly defined the whole time. But if you are at the start of your entrepreneurial journey, you have to make many decisions. You will encounter many junctions along the way where you have to decide which direction to take. Here lies the problem of visions and goals, for only in the future will you know whether your vision and your goals are utopias or whether they can be realized.

 

The former German Chancellor Helmut Schmidt said: "Those who have visions should see a doctor."

 

In short, the problem with visions and goals is that they create a sense of security. But this security only exists on paper. Nevertheless, visions are powerful as long as they are congruent with your own identity. Examine whether you can achieve your vision through your abilities and network, using your vision as a rough guideline, not as a guide to action. By personally identifying with the recognized problem and using your inventory of means, you increase your intrinsic motivation to find a solution to the problem and thus drive your entrepreneurial actions.

At the start of your entrepreneurial activities, you do not have any clear market information available because the market for your unique product or service does not exist yet - a so-called Blue Ocean. Therefore it hardly makes sense to define clear goals in this initially extremely uncertain situation and to direct all your resources, time, and means towards these goals. You would find yourself in a false sense of security and, therefore, would close yourself off to the rapid changes in your environment. That is why it is so crucial that you use your existing means to get started. This will enable you to start entrepreneurial activities right away. Only when the venture is growing is the time ready for concrete goals that coordinate and organize joint activities.

So the entrepreneurial method does not make you act aimlessly. Instead, you learn to derive your vision and goals from your identity and your available resources. Consequently, goals are not the starting point of your entrepreneurial activity, but the result of your actions.

The advantage of the entrepreneurial method is that by "letting your means lead" you experiment in different ways before you find the right approach. However, this is important because the initial idea is rarely the final solution. This way, premature action should be avoided, whereas the best solution to the problem should be discovered as a goal during your entrepreneurial journey. Along this path, you will find and solve further goals one after the other, thus creating real customer benefits.